ON/LX/DK0EU qrv am Europatag

Ein Beitrag von Winfried DH2PG:

 

ON/LX/DK0EU – was ist das denn ? Dieses Call gibt es nicht, so erste Reaktionen vom OMs im QSO. Das Call gab es doch, und zwar am Europatag der Europäischen Union, dem 9. Mai 2018.

OMs aus benachbarten Ländern hatten die Idee, eine Aktivität am Dreiländereck bei Ouren zu organisieren, wo Deutschland, Belgien und Luxemburg aneinander grenzen. Aus DL waren der Amateurfunk Eifel-Mosel-Hunsrück e.V. und die DARC-OVe K32 und Z11 aktiv. Die Kollegen aus ON sind im RBO (Radioamateure der belgischen Ostkantone, Mitglied in der UBA) organisiert (1), die OMs aus LX im dortigen Verband RL (2).

In Ouren befindet sich das 1977 eingeweihte Europadenkmal in einem parkartig angelegten Gelände mit Schautafeln zur europäischen Geschichte und Gedenksteinen mit berühmten Personen, die die europäische Einigung vorangetrieben haben. Dank des Schengener Abkommens ist das Dreiländereck heute ein frei zugängliches Gebiet ohne Grenzkontrollen.

Den Dreiländer-Grenzpunkt erreicht man über einen Feldweg in der Nähe des Denkmals, der zur Georg-Wagner-Brücke über den Fluss Our führt. Die Our bildet ab hier die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bis zur ihrer Mündung in die Sauer. Der genaue Grenzverlauf liegt in der Flussmitte. Die Grenze zwischen Luxemburg und Belgien ist das kleine Bächlein Ribbach, auch hier liegt der Grenzverlauf in der Gewässermitte. Im Einmündungsbereich des Ribbach in die Our befindet sich mithin der Dreiländerpunkt im Wasser.

Wie wird man nun aus drei Ländern gleichzeitig qrv ? Rund um den Dreiländerpunkt gibt es nur Natur mit Wiesen, Bäumen und Wasser. Also wurde in Fieldday-Manier ein Pavillion aufgebaut, Strom gab es aus einem Notstromaggregat. Wichtig war weiter, dass sich die Funkstation auf den Territorien aller drei Länder befand. Gearbeitet wurde mit einem Kenwood TS-2000X auf Kurzwelle mit 100 Watt an einer G5RV-Antenne. Auf der Georg-Wagner-Brücke wurde ein GFK-Mast befestigt. Der Mast stand auf dem belgischen Teil der Brücke. Ein Antennenast der G5RV wurde über die Our abgespannt und endete in Deutschland, der andere Antennenast endete in Luxemburg. Auch die übrige Ausrüstung war verteilt. So stand der TRX in Belgien, das Stromaggregat in Luxemburg.

Mit diesem Aufbau strahlte nun die Antenne gleichzeitig aus drei Ländern. OMs aus DL hatten sich das Call DK0EU gesichert, in Belgien wurde das Sonderrufzeichen OR4EU zugeteilt, so dass man mit dem “EU“ im Suffix den Bezug zur Europäischen Union herausstellen konnte. Die Belgier hatten ihr Call erst wenige Tage vor der Aktivität erhalten, sie hatten die Hoffnung schon aufgegeben. In LX kam es hingegen aus organisatorischen Gründen nicht rechtzeitig zur Zuteilung eines Sonder-Calls.

Belgien, Luxemburg und Deutschland haben die CEPT-Empfehlung T/R 61-01 implementiert, so dass bei einer Funkaktivität der jeweils ausländische Landeskenner dem eigenen Call vorangestellt wird. Ist man – wie hier - zum gleichen Zeitpunkt zweimal im Ausland, ist es folgerichtig, zwei ausländische Landeskenner dem eigenen Rufzeichen voranzustellen. So funkten die OMs aus DL unter ON/LX/DK0EU, die belgischen Hams riefen CQ unter LX/DL/OR4EU.

Im Verlauf der QSOs sorgte das natürlich für Erklärungsbedarf. Einer meinte, dass sein Logbuch-Programm ein Call mit 2 vorangestellten Präfixen nicht akzeptieren würde. Auch war der Anlass der Aktivität, der Tag der Europäischen Union am 9. Mai, recht wenig bekannt.

Die Ausbreitungsbedingungen waren miserabel. Die höheren Bänder 15-, 12- und 10-Meter waren geschlossen, kein Wunder angesichts der z.Zt. geringen Sonnenaktivität. Auf dem 40-Meter-Band machte sich rasch die zunehmende Tagesdämpfung bemerkbar, so dass sich letztlich nur das 20-Meter-Band als einigermaßen brauchbar erwies. So kamen insgesamt nur wenige QSOs zustande, alle in SSB. Immerhin wurde mit EA8 das ODX erreicht, weitere Kontakte kamen mit EA3, IK2, M0, SM, DL sowie mit Stationen aus Russland und Norwegen zustande.

Das Wetter war sonnig und trocken. Zahlreiche Wanderer kamen vorbei und bestaunten unsere Aktion. Wir hatten vorausschauend einige Flyer über die Bedeutung des Amateurfunks mitgebracht und haben Interessierten die Technik vorgeführt.

Am Nachmittag kam ein Fernsehteam des BRF, um über die Aktivität zu berichten. Der BRF ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt der deutschsprachigen belgischen Ostkantone Eupen, Malmedy und St. Vith. Zu empfangen ist der Sender nur in der Grenzregion über UKW-Radio sowie das Fernsehprogramm über DVB-T2. Im Internet kann man die (deutschsprachige) Reportage auf der Homepage des Senders in der Mediathek ansehen (3).

Auch wenn die funkerische Ausbeute gering war, hat es allen Beteiligten Spaß gemacht. und man überlegt, die Aktivität vielleicht im nächsten Jahr zu wiederholen.

  • www.rbo.be
  • www.rlx.lu
  • brf.be

 

Hier der Link zum Beitrag über den Europatag der Funkfreunde der RBO : RBO- Europatag in Ouren

Hier der Link zum Interview vom BRF : Interview des BRF am Europatag

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Europadenkmal in Ouren

 

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Google-Maps Ansicht mit eingezeichneten Grenzen und dem Antennenstandort

 

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Peter ON4EZJ ruft CQ, daneben Lorenz ON3HGL am Laptop.

 

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Dreiländerpunkt links der Brücke, der GFK-Mast mit der EU-Fahne steht in Belgien, die G5RV ist nach LX (links) und nach DL (rechts) abgespannt

 

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Daniel DL7GT (rechts) und Winfried DH2PG (links) vor der Brücke mit dem Mast im Hintergrund

 

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Daniel DL7GT (links) im Gespräch mit Tobias LX6OT (rechts)

 

 

Hier noch ein paar Fotos von DL7GT Daniel

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Winfried im Interview beim BRF vor der laufenden Kamera .

Ein besonderen Dank an alle Organisatoren und Helfer.

 

73 de AFU-EMH Team